Perücken, Haarteile & Kopfbedeckungen
Passende Perücke finden, Haarteile pflegen, Tücher & Mützen stilvoll tragen.

Die Entscheidung, ob du eine Perücke, ein Haarteil oder ein Kopftuch trägst, ist eine sehr persönliche – und sie gehört dir allein. Manche Menschen finden in einer gut sitzenden Perücke ein Stück Vertrautheit zurück, das ihnen Haarausfall genommen hat. Andere fühlen sich mit einem bunten Turban wohler, und wieder andere zeigen ihre Kopfhaut ganz bewusst und mit Würde. Alles davon ist richtig. Dieser Ratgeber gibt dir das nötige Wissen, um eine informierte Entscheidung zu treffen: welche Typen es gibt, wie du sie pflegst, wie die Krankenkasse helfen kann und was im Alltag wirklich funktioniert. Nimm dir Zeit für die Auswahl und lass dich beraten – am besten von einem Zweithaar-Spezialisten in deiner Nähe, der dich persönlich begleitet.
Grundlagen
Wann Zweithaar oder Kopfbedeckungen sinnvoll sind
Perücken und Haarteile sind längst kein Notbehelf mehr, sondern gute, alltagstaugliche Lösungen. Wenn du wegen einer Chemotherapie, einer Alopecia oder stark ausgedünntem Alters-Haar deine Haardichte verloren hast, kann eine gut passende Perücke deutlich mehr sein als ein bloßer Ersatz – sie kann dir ein Stück Vertrautheit und Selbstsicherheit zurückgeben, das du vielleicht vermisst hast. Moderne Perücken sehen sehr natürlich aus, sind angenehm zu tragen und lassen sich individuell anpassen. Wichtig ist dabei die passende Kappe, ein guter Zuschnitt und die richtige Pflege – das macht den Unterschied zwischen einer Perücke, die du liebst, und einer, die im Schrank bleibt.
Neben Perücken gibt es Haarteile und Toupets für Menschen, die noch eigenes Haar haben, aber punktuell mehr Fülle wünschen – etwa auf dem Oberkopf oder am Scheitel. Für den Alltag oder unterwegs sind Kopftücher, Bandanas und Turbane oft angenehmer als eine Perücke: Sie atmen besser, sind schneller aufgesetzt und lassen sich auf viele Arten binden. Im Sommer sind sie wegen der besseren Belüftung bei vielen Menschen die erste Wahl, und sie können genauso ausdrucksstark und schön sein wie jede Frisur.
Bei krankheitsbedingtem Haarausfall übernimmt die gesetzliche Krankenkasse in Deutschland einen Zuschuss von in der Regel 300 bis 500 Euro für eine Perücke. Deine Ärztin – Hausärztin, Onkologin oder Dermatologin – stellt dazu eine ärztliche Verordnung aus, die du beim Kauf einreichst. Wichtig ist, dass du zu einem anerkannten Zweithaar-Spezialisten gehst, nicht zu einem Discount-Onlineshop: Dort wirst du persönlich beraten, die Perücke wird auf dich zugeschnitten, und die Kasse rechnet direkt mit dem Fachbetrieb ab.
Erkennen
Situationen, in denen eine Perücke oder ein Haarteil hilft
Es gibt verschiedene Ausgangssituationen, in denen du über Zweithaar nachdenken könntest. Diese Beispiele zeigen, wann es besonders sinnvoll ist, sich damit auseinanderzusetzen.
Chemo- oder bestrahlungsbedingter Komplettausfall
Das ist der klassische Anwendungsfall für eine Perücke auf Rezept. Idealerweise beantragst du die Verordnung bei deiner Onkologin noch vor Beginn der Chemotherapie, damit du gut vorbereitet bist.
Alopecia areata mit kreisrunden kahlen Stellen
Je nach Ausprägung können Haarteile oder eine Perücke die betroffenen Bereiche kaschieren. Ziehe eine Dermatologin hinzu, um die Ursache abzuklären und die beste Lösung zu finden.
Diffuser, deutlich sichtbarer Haarverlust im Alter
Wenn Pflegeprodukte und Volumenshampoos nicht mehr ausreichen und die Kopfhaut stark durchscheint, kann ein Haarteil auf dem Oberkopf eine dezente und wirksame Lösung sein. Ein Zweithaar-Spezialist zeigt dir verschiedene Möglichkeiten.
Vernarbungsalopezie (permanenter Ausfall)
Bei dauerhaftem, nicht rückgängig zu machendem Haarausfall ist Zweithaar oft die beste und langfristig befriedigendste Lösung. Ein spezialisierter Dermatologin-Besuch hilft, die Situation einzuschätzen.
Kopfhaut scheint stark durch dünnes Haar hindurch
Ein Toupet oder ein Clip-in-Haarteil kann punktuell Abdeckung geben, ohne die gesamte Kopfhaut zu bedecken. Das funktioniert gut, wenn noch genug eigenes Haar vorhanden ist, das das Haarteil hält.
Wunsch nach anderem Look ohne chemische Belastung
Perücken bieten die Möglichkeit, Farben und Frisuren zu wechseln, ohne die eigene Kopfhaut mit Bleiche oder Farbe zu belasten. Für Menschen ab 60 ist das eine charmante Option.
Wetterschutz und Wärme im Winter
Kahle oder sehr dünn behaarte Köpfe kühlen im Winter schnell aus und brauchen Schutz. Weiche Mützen, Turbane und warm gefütterte Kopfbedeckungen sind hier ebenso sinnvoll wie praktisch.
Nach Operationen oder Verletzungen am Kopf
Über Wundverbänden oder Narben können weiche Kopftücher, Bandanas oder locker sitzende Mützen angenehmen Schutz bieten. Sie sind sanfter als enge Perückenkappen und lassen sich einfach tragen.
Ursachen erkennen
Wichtige Kriterien für die Wahl der richtigen Perücke
Echthaar oder Kunsthaar
Echthaar-Perücken wirken am natürlichsten, lassen sich stylen wie eigenes Haar, halten bei guter Pflege ein bis zwei Jahre und kosten zwischen 700 und 3000 Euro. Kunsthaar-Perücken sind vorgestylt, kosten 200 bis 700 Euro, benötigen weniger Pflege, sind aber meist hitzeempfindlich – Föhnen und Glätten sind tabu, außer bei speziell hitzebeständigen Kunstfasern. Für Menschen ab 60 sind beide Varianten alltagstauglich – die Wahl hängt oft vom Budget und davon ab, wie viel Styling du im Alltag möchtest.
Kappen-Art: Monofilament, handgeknüpft oder Tressen
Monofilament-Kappen haben eine hauchdünne Folie auf dem Oberkopf, an der jedes Haar einzeln befestigt ist – das sieht am Scheitel sehr natürlich aus. Handgeknüpfte Perücken sind vollständig per Hand geknüpft, besonders leicht und atmungsaktiv, aber auch die teuerste Variante. Tressen-Perücken, bei denen Haare an Nähten befestigt sind, sind robuster und preiswerter, wirken aber am Haaransatz weniger natürlich als die beiden anderen Varianten.
Kopfumfang und Passform
Der Kopfumfang wird gemessen: vom Stirnansatz über die Ohren zum Nacken und zurück zur Stirn. Es gibt Standard-Größen S, M und L, aber viele Köpfe liegen zwischen den Größen – deshalb ist individuelle Anpassung wichtig. Ein Zweithaar-Spezialist misst genau aus und stellt die Innenbänder so ein, dass die Perücke sicher und angenehm sitzt.
Farbe – so nah wie möglich am Original
Bei einer Erstperücke hilft ein Foto aus früheren Jahren oder eine aufbewahrte Haarsträhne, die Farbe gut zu treffen. Grau- und Silbertöne sind nicht in jeder Kollektion vertreten, daher lohnt es sich, gezielt danach zu fragen. Ein guter Zweithaar-Laden hat Musterlocken in vielen Farbnuancen, die du direkt an dein Gesicht halten kannst.
Frisurenschnitt und Länge
Kürzere Perücken wie Bob oder Pixie-Cut sind pflegeleichter und wirken im Alltag oft natürlicher als sehr lange Modelle. Sehr lange Perücken sind für die meisten Menschen ab 60 im Alltag eher unpraktisch. Ein Perückenschnitt beim spezialisierten Zweithaar-Friseur macht aus einem vorgestylten Serienstück etwas Individuelles, das wirklich zu dir passt.
Gewicht und Atmungsaktivität
Leichte, atmungsaktive Modelle – besonders handgeknüpfte Perücken oder solche mit Bambusinnenband – sind deutlich angenehmer beim längeren Tragen. Das ist besonders wichtig, wenn die Kopfhaut empfindlich ist, etwa während oder nach einer Chemotherapie. Das Probetragen im Laden ist unersetzlich: Was auf dem Ständer gut aussieht, muss auf dem Kopf nicht zwingend angenehm sitzen.
Preis und Budget
Perücken sind von rund 200 bis weit über 3000 Euro erhältlich – für jeden Geldbeutel gibt es Optionen. Wenn du Anspruch auf einen Kassenzuschuss hast, deckt dieser einen Teil der Kosten ab, und du zahlst den Rest selbst. Wichtig: Die teuerste Perücke ist nicht automatisch die beste für dich – entscheidend ist, was zu deiner Lebenssituation, deinem Alltag und deinem Gefühl passt.
Klimafaktoren: Sommer und Winter
Im Sommer sind atmungsaktive Kappen und leichtere Fasern angenehmer, da Perücken die Kopfhaut wärmen. Für kalte Jahreszeiten ist eine Perücke von Vorteil, weil sie wie eine leichte Mütze wirkt. Wenn dir bei Wärme unwohl ist, können Kopftücher oder Turbane aus Bambus oder Baumwolle in den Sommermonaten die bessere Alternative sein.
Krankenkassen-Rezept oder Selbstkauf
Bei krankheitsbedingtem Haarausfall lässt du dir von deiner Ärztin eine Verordnung ausstellen und löst diese beim anerkannten Zweithaar-Spezialisten ein. Bei einer Wunsch-Perücke ohne medizinischen Hintergrund trägst du die vollen Kosten selbst. Wichtig: Eine Online-Bestellung über Discount-Shops ist in der Regel nicht kassenfähig – der persönliche Kauf beim Fachbetrieb ist Voraussetzung für die Erstattung.
Beratung durch Zweithaar-Spezialisten
Geh, wenn möglich, nicht alleine zur Erstberatung – eine Freundin oder ein Familienmitglied als zweites Auge und emotionale Unterstützung ist sehr wertvoll. Der erste Termin dauert oft ein bis zwei Stunden, und das ist völlig normal und richtig so. Erfahrene Beraterinnen und Berater sehen Passform-Details, die dir selbst im Spiegel entgehen würden.
Was du tun kannst
So findest du die richtige Perücke – Schritt für Schritt
Erstberatung bei einem Zweithaar-Spezialisten vereinbaren
Zweithaar-Spezialisten findest du in Sanitätshäusern mit Zweithaar-Zertifikat, bei spezialisierten Perückenläden oder bei Friseuren mit entsprechender Weiterbildung. Ruf vorher an und buch einen festen Termin – rechne mindestens ein bis zwei Stunden für die erste Sitzung ein.
Ärztliche Verordnung mitbringen
Wenn dein Haarausfall krankheitsbedingt ist, lass dir vorab ein Rezept von deiner Ärztin ausstellen. Der Zweithaar-Spezialist rechnet dann direkt mit deiner Krankenkasse ab, sodass du dich um den Papierkram kaum kümmern musst.
Angehörige oder eine Freundin mitnehmen
Ein vertrauter Mensch an deiner Seite macht die Auswahl leichter und emotionaler stabiler. Manchmal sieht jemand anderes schneller, welches Modell wirklich zu dir passt.
Verschiedene Materialien auf dem Kopf probieren
Lass dir sowohl Kunsthaar- als auch Echthaar-Modelle aufsetzen – das Gefühl auf dem Kopf ist entscheidend, nicht nur der Blick im Spiegel. Manchmal überrascht die Realität: Was in der Auslage steif wirkte, kann auf dem Kopf wunderschön fallen.
Kopfumfang messen lassen
Ideal ist es, den Kopfumfang noch vor dem vollständigen Haarausfall messen zu lassen, damit die Perücke von Anfang an passt. Es ist aber jederzeit möglich – auch nach dem Ausfall misst der Spezialist genau aus.
Bei der Farbe mit einem Foto oder einer Haarsträhne helfen
Bring ein Foto aus früheren Jahren oder eine Haarsträhne mit, damit die Beraterin die Farbe gut einschätzen kann. Das erspart langes Ausprobieren und hilft, das natürlichste Ergebnis zu finden.
Perücke individuell schneiden lassen
Vorgestylte Perücken aus der Kollektion wirken oft zu gleichmäßig und perfekt. Ein individueller Zuschnitt beim Zweithaar-Fachmann oder der Zweithaar-Fachfrau macht sie zu deiner Perücke und lässt sie natürlich aussehen.
Innenbänder anpassen lassen
Klettverschluss- oder Silikonbänder im Inneren der Perücke sorgen für einen sicheren, angenehmen Sitz. Bei einer kahlen Kopfhaut kann zusätzlich ein leichter Perücken-Haftpuder nötig sein – das Fachgeschäft zeigt dir, wie du damit umgehst.
Perückenkopf und Ständer gleich mitbesorgen
Ein Perückenkopf zum Aufbewahren und Trocknen ist kein Luxus, sondern notwendig – er verhindert die Verformung der Kappe und erhält die Frisur. Im Zweithaar-Fachgeschäft bekommst du meist direkt passende Zubehörteile.
Zweite Perücke als Wechsel einplanen
Wenn das Budget es erlaubt, lohnt sich eine zweite Perücke als täglicher Wechsel: Die eine kann trocknen und ausruhen, während du die andere trägst. Das verlängert die Lebensdauer beider Perücken deutlich.
Passendes Kopftuch oder Mütze für zu Hause
Zu Hause muss keine Perücke sein – ein weiches Baumwoll- oder Seidentuch gibt der Kopfhaut Erholung. Viele Menschen wechseln zuhause ganz bewusst auf ein Kopftuch und empfinden das als befreiend.
Nach 6 bis 12 Monaten auffrischen lassen
Eine Echthaar-Perücke kann nach einigen Monaten beim Zweithaar-Friseur neu geschnitten und bei Bedarf leicht nachgetönt werden. Kunsthaar-Perücken sind nach 6 bis 12 Monaten täglichen Tragens in der Regel reif für eine neue – dann ist der nächste Termin beim Spezialisten fällig.
Pflege & Alltag
Perücken pflegen und im Alltag tragen
Die richtige Pflege verlängert die Lebensdauer deiner Perücke erheblich und hält sie frisch und schön. Es lohnt sich, gleich beim Kauf nach den passenden Pflegeprodukten zu fragen.
Kunsthaar: kaltes Wasser und spezielles Kunsthaar-Shampoo
Heißes Wasser lässt die Kunstfasern verkleben und die Frisur verlieren – deshalb immer kaltes Wasser verwenden. Löse einen kleinen Klecks Kunsthaar-Shampoo im Waschbecken auf, lege die Perücke sanft hinein, ziehe sie vorsichtig durch und spüle sie gründlich aus.
Echthaar: mildes Feuchtigkeitsshampoo und lauwarmes Wasser
Echthaar-Perücken behandelst du ähnlich wie dein eigenes Haar – sanft, mit einem milden Feuchtigkeitsshampoo und lauwarmem Wasser. Gib Conditioner in die Längen, lass ihn kurz einwirken und spüle ihn gut aus, ohne die Haare dabei zu verreiben.
Nicht rubbeln – sanft ausdrücken
Sowohl Kunsthaar als auch Echthaar sind nass besonders empfindlich. Lege die Perücke auf ein weiches Handtuch, drücke vorsichtig das überschüssige Wasser heraus – nie wringen oder reiben.
Auf dem Perückenkopf trocknen lassen
Der Perückenkopf erhält die Form der Kappe während des Trocknens. Stelle ihn nicht direkt in die pralle Sonne oder auf den Heizkörper – das schadet dem Material. Kunsthaar-Perücken nie föhnen, außer wenn die Herstellerangabe explizit hitzebeständige Fasern ausweist.
Kämmen mit Wide-Tooth-Kamm oder Perückenbürste
Fang immer an den Spitzen an und arbeite dich nach oben vor – nie von der Wurzel aus durchziehen. Für Kunsthaar gibt es spezielle Perückenbürsten mit Kunststoffborsten, die die Fasern schonen; eine normale Naturhaarbürste ist für Kunsthaar ungeeignet.
Alle 15 bis 20 Tragetage waschen
Wenn du die Perücke täglich trägst, sammelt sie Talg, Pflegemittel und Umwelteinflüsse – nach 15 bis 20 Tagen sollte sie gewaschen werden. Bei Sport oder starkem Schwitzen früher waschen, damit die Fasern nicht stumpf werden.
Immer per Hand waschen – nie Waschmaschine oder Trockner
Waschmaschinen beschädigen die Kappe und verfilzen die Haare unwiderruflich. Der Trockner zerstört sowohl Kunsthaar als auch Echthaar-Perücken. Die schonende Handwäsche im Waschbecken dauert nur wenige Minuten.
Aufbewahrung nachts auf dem Perückenkopf
Eine zusammengeknüllte oder in einer Plastiktüte gequetschte Perücke verliert ihre Form schnell und dauerhaft. Der Ständer hält die Kappe offen, lässt die Perücke atmen und bewahrt die Frisur.
Unterwegs: Perückennetz oder Anti-Rutsch-Band
Bei Wind oder Bewegung kann eine Perücke verrutschen, besonders auf einer kahlen Kopfhaut. Ein Silikon-Anti-Rutsch-Band im Innern oder ein dezentes Perückennetz geben zusätzlichen Halt, ohne dass jemand etwas sieht.
Bei sensibler Kopfhaut: dünnes Baumwoll-Innentuch verwenden
Ein hauchdünnes Baumwollnetz oder ein Perückenuntertuch zwischen Kopfhaut und Kappe reduziert Reibung und sorgt für mehr Komfort. Es ist besonders hilfreich, wenn die Kopfhaut durch Chemotherapie oder Bestrahlung sehr empfindlich reagiert.
Von innen unterstützen
Ernährung und Lebensstil während der Perücken-Zeit
Auch wenn du gerade Perücke, Haarteil oder Kopftuch trägst – die Kopfhaut darunter braucht deine Aufmerksamkeit und die richtige Versorgung von innen. Gerade jetzt zahlst du auf die Gesundheit deiner Haare für die Zeit danach ein.
Eiweißreiche Ernährung für den Wiederaufbau
1,0–1,2 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht täglich – Skyr, Eier, Fisch, Hülsenfrüchte. Wenn Haare nachwachsen, brauchen sie Bausteine.
Omega-3 und Vitamin E für die Kopfhaut
Unter Perücken kann die Kopfhaut trocken oder gereizt werden. Lachs, Leinöl, Mandeln und Sonnenblumenkerne stabilisieren die Hautbarriere von innen.
Ausreichend Wasser trinken
Warme Kopfbedeckungen führen zu Schwitzen – umso wichtiger, die Flüssigkeit auszugleichen. 1,5–2 Liter täglich sind Basis.
Zink und Biotin über Lebensmittel
Kürbiskerne, Haferflocken, Eier und Nüsse liefern beide Bausteine, die den Nachwuchs der Haare unterstützen.
Vitamin B12 und Ferritin nicht vergessen
Bei nachwachsenden Haaren spielen beide Werte eine wichtige Rolle. Blutwerte prüfen lassen – nach längerer Krankheitsphase oft auffällig.
Perücke oder Tuch täglich mindestens 1 Stunde abnehmen
Kopfhaut braucht Luft. Zu Hause ohne Kopfbedeckung sitzen oder mit einem lockeren Baumwolltuch – reduziert Schwitzen und Reizung erheblich.
Sanfte Bewegung an frischer Luft
Spaziergänge fördern die Durchblutung der Kopfhaut und den Vitamin-D-Aufbau – wichtig für gesundes Haarwachstum.
Stress-Management und guter Schlaf
Der emotionale Prozess mit Perücke ist herausfordernd. Feste Schlafzeiten, Atemübungen und wo möglich professionelle Begleitung helfen der Kopfhaut und dem gesamten Nervensystem.
Ärztlich abklären
Wann eine ärztliche Beratung sinnvoll ist
Zweithaar löst viele alltägliche Fragen – aber manche Themen rund um Haarausfall und Kopfhaut gehören in professionelle oder ärztliche Hände. Hier sind die wichtigsten Situationen.
Vor der Auswahl bei krankheitsbedingtem Haarausfall
Eine ärztliche Verordnung ist die Voraussetzung für den Kassenzuschuss – ohne sie zahlst du alles selbst. Deine Ärztin kann außerdem einschätzen, welche Art von Zweithaar für deine Situation am besten geeignet ist.
Bei plötzlicher Kopfhaut-Reizung durch die Perücke
Rötungen, Juckreiz oder Brennen können auf eine Kontaktdermatitis auf Klebstoff oder Perückenmaterial hinweisen. Setz die Perücke vorübergehend ab und lass die Kopfhaut von einer Hautärztin beurteilen.
Bei Rötung, Wunden oder offenen Stellen unter der Perücke
Solche Veränderungen sollten immer ärztlich abgeklärt werden – trag keine Perücke über verletzter oder wunder Haut. Kopftücher oder Mützen sind in dieser Zeit die bessere Alternative.
Vor jeder Klebe-Anwendung bei sensibler Haut
Klebstoffe für Lace-Front-Perücken oder Haftpuder können bei Chemo-Patientinnen und -Patienten mit empfindlicher Haut starke Reizungen auslösen. Lass dich vorher ärztlich beraten und teste Produkte erst an einer kleinen Stelle.
Bei kompletter Alopezie – langfristige Perspektive planen
Eine Dermatologin oder Trichologin kann einschätzen, ob eine Therapie sinnvoll ist oder ob der Haarausfall dauerhaft ist. Das ist wichtig für die langfristige Planung mit Zweithaar und für die Gesundheit der Kopfhaut.
Bei psychischer Belastung durch den Haarverlust
Haarausfall kann das Selbstbild stark erschüttern – das ist ernst zu nehmen. Psychoonkologische Begleitung oder Psychotherapie ist eine wertvolle Ergänzung; die Deutsche Krebshilfe und onkologische Zentren vermitteln entsprechende Angebote.
Vor Reisen in andere Klimazonen mit Zweithaar
Extreme Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit oder sehr trockene Klimata beeinflussen, welcher Perückentyp für die Reise geeignet ist. Dein Zweithaar-Spezialist berät dich konkret, welche Variante du mitnehmen und wie du sie unterwegs pflegen solltest.
Vermeide diese Fehler
Häufige Fehler beim Kauf und Umgang mit Perücken
Zu spät im Verlauf einer Chemo bestellen
Wenn die Haare bereits ausgefallen sind, ist die emotionale Belastung beim Perückenkauf oft sehr groß. Idealerweise beantragst du die Verordnung und besuchst den Zweithaar-Spezialisten noch bevor der Haarausfall beginnt.
Online-Discount-Perücken bei krankheitsbedingtem Haarausfall
Günstige Perücken aus unbekannten Online-Quellen werden in der Regel nicht von der Krankenkasse erstattet und haben oft eine minderwertige Verarbeitung. Ein anerkannter Zweithaar-Spezialist ist nicht nur für die Qualität, sondern auch für die Kassenabrechnung die richtige Adresse.
Perücke ohne Anprobe kaufen
Sitz, Farbe und Tragekomfort lassen sich aus einem Foto oder einer Produktbeschreibung nicht beurteilen. Immer persönlich anprobieren – was gut aussieht, muss sich auf dem Kopf auch gut anfühlen.
Kunsthaar-Perücke föhnen oder glätten
Normales Kunsthaar schmilzt oder verklebt bei Hitze dauerhaft – das ist nicht rückgängig zu machen. Nur wenn der Hersteller explizit hitzebeständige Fasern ausweist, darf mit niedrigen Temperaturen gestylt werden.
Perücke mit heißem Wasser waschen
Heißes Wasser zerstört die Struktur von Kunstfasern und macht Echthaar spröde und trocken. Immer nur lauwarmes bis kaltes Wasser verwenden.
Perücke dauerhaft in einer Plastiktüte lagern
In einer Plastiktüte verformt sich die Kappe, die Haare verklumpen und die Frisur ist ruiniert. Der Perückenkopf ist die einzige richtige Aufbewahrung.
Zu viel Kleber oder Haftpuder auf empfindlicher Kopfhaut
Gerade nach einer Chemotherapie reagiert die Kopfhaut oft sehr sensibel auf Klebstoffe. Verwende nur minimale Mengen und teste das Produkt vorher auf einer kleinen Hautstelle.
Perücke beim Ausdauersport tragen
Beim Sport sitzt die Perücke selten zuverlässig sicher, und Schweiß greift die Fasern und die Kappe an. Ein Kopftuch, Bandana oder eine Sport-Mütze ist beim Bewegen die bessere Wahl.
Auf professionelle Beratung verzichten
Der Gedanke „ich weiß, was ich will" führt beim Perückenkauf oft zu Enttäuschungen. Erfahrene Beraterinnen sehen Passform-Details, Farbunterschiede und Trageeigenschaften, die dir selbst im Spiegel entgehen.
Zweithaar als Verstellung oder Schwäche sehen
Eine Perücke ist ein Hilfsmittel – nicht mehr und nicht weniger. Sie gibt dir Alltag und vielleicht ein Stück Selbstsicherheit zurück, und das ist etwas, worauf du stolz sein kannst, nicht etwas, das dich mindert.
Produktempfehlungen
Sinnvolle Ausstattung rund um Zweithaar und Kopfbedeckungen
Nicht alles auf einmal – starte mit dem Basiskit und ergänze nach Bedarf. Dein Zweithaar-Spezialist empfiehlt dir passende Produkte direkt beim Kauf.
Echthaar-Perücke aus dem Zweithaar-Fachgeschäft
Eine hochwertige Basis mit persönlicher Anpassung an deine Kopfform und deinen Stil. Bei krankheitsbedingtem Haarausfall mit ärztlicher Verordnung ist ein Kassenzuschuss möglich.
Zum Amazon-ProduktKunsthaar-Perücke als Wechselmodell
Preiswerter in der Anschaffung und mit weniger Pflegeaufwand im Alltag. Ideal zum täglichen Wechseln, was die Lebensdauer beider Perücken erheblich verlängert.
Zum Amazon-ProduktPerückenkopf und Ständer aus Styropor oder Kunststoff
Für die richtige Aufbewahrung, das Trocknen und das Kämmen unverzichtbar. Erhält die Form der Kappe und bewahrt die Frisur.
Zum Amazon-ProduktPerückennetz oder Nylonstrumpf für eigenes Haar
Hält dein eigenes Haar flach und sicher unter der Perücke. Sorgt für einen glatten, gleichmäßigen Sitz ohne störende Unebenheiten.
Zum Amazon-ProduktWide-Tooth-Kamm oder spezielle Perückenbürste mit Kunststoffborsten
Ermöglicht bruchschonendes Kämmen und verhindert Verfilzung. Eine normale Naturhaarbürste ist für Kunsthaarfasern ungeeignet.
Zum Amazon-ProduktSpezielles Kunsthaar-Shampoo und leichtes Pflege-Spray
Schont die Fasern, ohne sie zu beschweren oder zu beschädigen. Auch für Echthaar-Perücken kann ein mildes, feuchtigkeitsspendendes Shampoo verwendet werden.
Zum Amazon-ProduktPerücken-Haftpuder oder selbstklebende Silikon-Haftstreifen
Sorgen für zuverlässigen Halt auf einer kahlen oder sehr glatten Kopfhaut. Bei empfindlicher Haut immer zuerst an einer kleinen Stelle testen.
Zum Amazon-ProduktKopftücher aus Baumwolle, Seide oder Bambus
Atmungsaktive, sanfte Materialien, die sich auf empfindlicher Kopfhaut angenehm anfühlen. In verschiedenen Farben und Mustern eine schöne, individuelle Alternative zur Perücke.
Zum Amazon-ProduktWeiche Baumwoll-Schlafmütze für die Nacht
Schützt vor Auskühlung und verhindert, dass ausgefallene Haare im Bett landen. Liegt locker und angenehm auf der Kopfhaut, ohne zu drücken.
Zum Amazon-ProduktHut oder Turban mit UV-Schutz-Zertifizierung für draußen
Bei sonnenreichen Tagen unverzichtbar für eine Kopfhaut ohne natürlichen Haarschutz. Die Krempe schützt zusätzlich Gesicht und Nacken vor schädlicher UV-Strahlung.
Zum Amazon-Produkt* Amazon-Links sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber ein, erhalte ich eine kleine Provision – für dich kostet es keinen Cent extra.
Häufige Fragen
Häufige Fragen rund um Perücken, Haarteile und Kopfbedeckungen
Wie viel kostet eine gute Perücke ab 60?
Bezahlt die Krankenkasse meine Perücke?
Wie lange hält eine Perücke?
Was ist der Unterschied zwischen Kunsthaar und Echthaar?
Kann ich meine Perücke selbst waschen?
Wie sitzt die Perücke sicher, wenn ich keine eigenen Haare habe?
Kann ich mit Perücke duschen oder schwimmen?
Was mache ich, wenn die Perücke juckt oder reibt?
Muss ich mich schämen, eine Perücke zu tragen?
Kann ich meine Perücke nachfärben lassen?
Ist ein Haarteil eine Alternative zur Perücke?
Wo lerne ich, ein Kopftuch zu binden?
Wo finde ich Zweithaar-Spezialisten in meiner Nähe?
Kann ich meine Perücke mit einem Hut oder einer Baseballcap kombinieren?
Was, wenn ich mich mit Perücke einfach nicht wohl fühle?
Zum Schluss
Fazit
Zweithaar und Kopfbedeckungen sind Hilfsmittel, die dir Alltag, Wärme und – wenn du es möchtest – ein Stück Selbstsicherheit zurückgeben können. Es gibt kein Richtig oder Falsch: Ob Perücke, Turban, Kopftuch oder offene Kahlheit – du entscheidest, was sich für dich stimmig anfühlt. Nimm dir Zeit für die Beratung, lass dich begleiten und wähle das, was zu deinem Leben passt. WICHTIGER HINWEIS: Bei krankheitsbedingtem Haarausfall ist eine ärztliche Verordnung notwendig, um den Kassenzuschuss zu erhalten – sprich deine Ärztin frühzeitig darauf an. Bei Hautreizungen, Rötungen oder anhaltenden Beschwerden unter der Perücke ziehe bitte eine Hautärztin oder deine behandelnde Ärztin hinzu. Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche oder professionelle Beratung – er gibt dir Orientierung, aber deine individuelle Situation bespreche bitte mit Fachleuten.
– Petra
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